Irgendwie wurde hier der Zug der Zeit vor Ewigkeiten abgehängt: Wie zu Fontanes Tagen wölbt sich der unendlich weite, blaue Himmel über Wälder, saftige Wiesen und klare Seen. Bei seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ widmete Fontane dem Ruppiner Land, seinen Menschen, der Natur und Kultur ein ganzes Buch. Wie einst leuchtet der Klatschmohn am Wegesrand, an holprigen, märkischen Pflasterstraßen stehen Obstbäume Spalier. Wanderer treffen auf Storchenfamilien, Biberburgen, folgen dem Ruf des Rohrsängers. Kühe stehen und staunen, denn häufig ist kein Schwein weit und breit zu sehen.
Doch wenn der Seeadler am Himmel kreist, blickt er nicht nur auf eine uralte Kulturlandschaft mit Schlössern, Klöstern und Kirchen, sondern auch auf einige der dunkelsten Kapitel Deutscher Geschichte.
Im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück waren zwischen 1939 und 1945 über 130.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet. Im KZ Sachsenhausen starben Zehntausende an Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, Misshandlungen oder systematischen Vernichtungs¬aktionen der SS. Nach Kriegsende verlegte der sowjetische Geheimdienst NKWD das Speziallager Nr. 7 in den Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers.
Jugendherbergen: Prebelow, Ravensbrück, Sachsenhausen