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Marcus Hirschberg

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Montag, 19. Juli 2010

Jugendherbergen gut nachgefragt

Potsdam (DPA) Eines haben fast alle Jugendherbergen in Brandenburg gemeinsam: Zum Wasser ist es nicht weit. „Sei es die Havel, die Spree oder auch der Köthener See - irgendwas ist immer in der Nähe“, sagt Marcus Hirschberg vom Deutschen Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg (DJH). Und die 19 märkischen Häuser des gemeinnützigen Vereins, seien auch in diesem Jahr wieder gut nachgefragt, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.    Wegen der Sommerferien sei die Zeit der Klassenfahrten im Moment vorbei, dafür beginnen die Ferienfreizeiten, erzählt der DJH- Mitarbeiter. Angebote gebe es für Kinder ab sieben Jahren ohne Eltern, aber auch Familien nutzten die Herbergen. Klettern im Hochseilgarten, Kanufahrten oder einwöchige Touren durch die Natur - wer dabei sein will, muss erst Mitglied beim DJH werden. „Notfalls kann man das aber auch noch beim Einchecken werden.“    Nur eines rät Hirschberg dringend: „Im Sommer unbedingt vorher reservieren.“ Die heiße Jahreszeit sei bei all der Nähe zur Natur die Hauptsaison. Da werden auch schon mal extra „Camps“ wie am Klein- Köriser See im Landkreis Dahme-Spreewald eingerichtet. Einfache Hütten und Zeltplätze ohne eigene Dusche und Toilette sind das. Doch das Schreckgespenst Gemeinschaftsbad muss auch bei den Jugendherbergen längst nicht mehr sein.    Mittlerweile gebe es fast überall neben den einfacheren Unterkünften für Schulklassen auch Zimmer für Familien mit entsprechendem Komfort, versichert Hirschberg. „Wir können uns ja auch nicht auf dem Modernisierungsstand von 1980 ausruhen.“    Erst in diesem Jahr ist zum Beispiel das Haus „Carl Bolle“ in Milow im Havelland wiedereröffnet worden. Die Existenz der Herberge stand wegen unzureichender Auslastung zuvor auf dem Spiel. Nach der 1,3 Millionen Euro teuren Sanierung der ehemaligen Sommervilla des Berliner Milchkönigs hofft das DJH nun auf bessere Zeiten. Mehr als 80 Betten stehen unter anderem in einem Kutschenhaus zur Verfügung.    Insgesamt liegt die Auslastung laut Hirschberg in Brandenburg bei rund 60 Prozent. Mit um die 150 000 Übernachtungen jährlich sei die Nachfrage in der jüngsten Vergangenheit stabil geblieben, trotz sinkender Schülerzahlen. Schulklassen seien aber immer noch die größte Gästegruppe.    Zwei Jugendherbergen in der Mark liegen jeweils in der Nähe der Gedenkstätten der ehemaligen Konzentrationslage Sachsenhausen und Ravensbrück. „Hier kann man Geschichte erleben, wenn die Kinder nicht noch zu klein dafür sind“, meint der DJH-Mitarbeiter. In Ravensbrück sogar direkt in der Herberge, die in die einstigen SS-Aufseherinnenhäuser vor der heutigen Gedenkstätte eingezogen ist.